17. Jul 2014

Warum bin ich so schlecht in Mathematik? – Eine Anleitung weshalb nicht

17.07.2014 –
Gibt es wirklich schlechte Schüler in Mathematik? Wir wissen, dass es nicht so ist. In unseren Nachhilfestunden haben wir drei wichtige Kriterien ermittelt, die jeden zu einem passablen Matheschüler machen.

 

Die meisten Schüler die zu uns kommen, haben Schwierigkeiten in Mathematik. Eine Studie der Fachhochschule Nordostschweiz (Grunder 2013) kam ebenfalls zum Schluss, dass ein Grossteil der Nachhilfestunden in der Deutschschweiz in Mathematik erteilt werden.

Fast jeder von uns hat so seine Erinnerungen an den Mathematikunterricht, doch meist sind dies nicht die besten. Und jeder kann sich an die Mathe-Genies seiner Klasse erinnern. Und immer als ich dann selbst vor dem leeren Blatt sass (wenn ich mich denn dazu aufraffen konnte) dachte ich an jene „die’s einfach können“.

 

Der Gedanke „die können’s einfach“ ist falsch.

 

Der Grund weshalb ‚sie’ in Mathematik bessere Noten erzielen liegt ganz einfach darin, dass sie geübt haben. Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen bestimmten Supermarkt in einer Ihnen gänzlich unbekannten Stadt finden. Unsicher? Kaum eine Möglichkeit in Sicht ans Ziel zu kommen? Natürlich, Sie waren ja auch noch nie in diesen Strassen unterwegs. Genau so verhält es sich mit der Mathematik. Wenn man niemals vorher die Anwendung einer Klammerregel gesehen hat, wird man dies auch in der gestellten Aufgabe nicht erkennen und so an Ort und Stelle verharren. Wir müssen in einem ersten Schritt von unserem Anspruch loskommen, dass wir die Aufgaben ohne jegliche Anleitung lösen können. Ob man sich nun einen Stadtplan zur Hilfe holt (das Theoriebuch) oder einen Stadtführer (Nachhilfelehrer) spielt grundsätzlich keine Rolle. Mit beiden kann man das Ziel erreichen. Die Nachhilfestunden haben den Vorteil, dass man eventuell schlechte Erlebnisse (Lehrer, Prüfungen etc.) einfacher bewältigen und hinter sich lassen kann. Selbständiges Erarbeiten fördert hingegen die Eigenständigkeit, bedarf aber grosser Selbstdisziplin die gerade im Alter von 12-19 Jahren fehlt.

 

Mathematik ist ein Sport. Es geht nichts über Training.

 

Weshalb kann ein Fussballer dribbeln? Weil er es immer wieder geübt hat. So ist es auch mit der Mathematik. Es muss trainiert werden. Vielleicht wird nicht jeder zu einem Maldini, doch eine halbwegs anständige Darbietung wird jeder hinkriegen. Wir müssen uns also bewusst sein, dass Mathematik trainiert werden muss. Immer wieder. Und jedes Training beginnt von klein auf. Zuerst die Grundlagen, dann die Übungen, dann eine schwierigere Übung. Wenn man den Kindern und Jugendlichen die Mathematik auf diese Art und Weise beibringt, wirkt sie gleich viel freundlicher. Weg ist das Schreckgespenst, denn es wird ein Weg aufgezeigt, wie die Mathematik bezwungen und gemeistert werden kann. Das motiviert. Regelmässiger Nachhilfeunterricht kann hier eine Hilfe sein, um das Training konstant zu halten, birgt aber die Gefahr eines Rückfalls, wenn der Unterricht beendet wird. Deshalb muss im Erteilen von Nachhilfestunden grosser Wert auf Selbständigkeit gelegt werden.

 

Ich bin überall gut in der Schule, ausser Mathematik… Es liegt mir nicht!

 

Dieser Punkt ist demjenigen des Trainings sehr ähnlich. Viele intelligente Schüler, die während dem Unterricht gut aufpassen können, nehmen viel bereits aus der Stunde mit. Das können sie bei Aufsätzen oder Wissensprüfungen (Geografie, Geschichte etc.) wieder abrufen, und so ohne grossen Aufwand eine gute Note erzielen. Gerade diese Schüler sind oftmals Kandidaten für schlechte Mathenoten, weil sie es sich nicht gewohnt sind, hartnäckig dranzubleiben. Wenn es gerade diesen Schülern gelingt, die Blockade in der Mathematik zu durchbrechen, werden sie in den folgenden Jahren kaum mehr Probleme haben. Denn es ist in ihrem Bewusstsein angelangt, dass sie es sehr wohl können. Und dieses Bewusstsein hilft letzten Endes, dass sie auch selbständig gute Mathenoten erzielen. Wichtig ist es in diesem Fall, dem Schüler klar zu machen, dass es in seiner Verantwortung liegt. Nicht am Lehrer, nicht am Buch und schon gar nicht am Fach selber. Eine selbstbewusste Haltung kann durch gezielt herbeigeführte Erfolgserlebnisse oftmals relativ zügig hergestellt werden.

 

Fazit?

 

Abschliessend darf gesagt werden, dass die drei Komponenten Training, Regelmässigkeit und Selbstbewusstsein angeführt werden können, wenn es um Erfolge in der Mathematik geht. Die Wichtigkeit der Mathematik ist unbestritten. Und trotzdem werde ich oft von Schülern gefragt: „Sie Herr Bouquet, warum müssen wir das berechnen? Das bringt mir in meinem Leben gar nichts.“ Hier ist ein abschliessender Appell an die Herren Mathematiklehrer. Damit ein Schüler trainiert, regelmässig trainiert und sich eine selbstbewusste Haltung aneignet, muss er klarerweise den Sinn hinter seinem Tun sehen. Für jeden hat die Mathematik einen anderen Wert. Viele Formeln habe ich bereits wieder vergessen, viele Aufgaben auf Uni-Niveau kann ich nicht mehr lösen. Geblieben ist aber die Gewissheit, jedes Problem lösen zu können. Wenn ich nur trainiere, dranbleibe und die Gewissheit habe, dass ich es schaffen kann. Diese Fähigkeit auf jegliche Lebenssituation angewandt ist unglaublich wertvoll und anhand der Mathematik hervorragend erlernbar.