18. Apr 2015

Gymiprüfung bestanden – Was nun? Neues Kapitel: Gymnasium

18. April 2015 – Die Gymiprüfung ins Langzeitgymnasium ist bestanden! Doch was jetzt? Ein Erfahrungsbericht

So, die erste Hürde auf dem Weg ins Gymnasium ist geschafft. Gratulation!
Die monatelange Vorbereitung endete fulminant in der Gymiprüfung und auch diese Kapitel kann nun geschlossen werden. Wie weiter?
In den nächsten Wochen und Monaten wird das ominöse Konstrukt Gymnasium immer konkreter. Ein neues Schulhaus, neue Lehrer, eine neue Umgebung und neue Mitschüler. Das Vertraute weicht nun einer neuen und grossen Herausforderung.

Alles Alte, soweit es den Anspruch darauf verdient hat, sollen wir lieben; aber für das Neue sollen wir eigentlich leben. (Theodor Fontane)

Das Neue birgt Chancen, Risiken, Ängste, Vorfreude und natürlich die Komponente des Unbekannten.

Ich kann mich noch gut an die letzten Wochen in der Primarschule erinnern, und die damit verbundene prä-gymnasiale Unsicherheit und Lust Neues zu lernen und zu entdecken. Ich konnte es kaum erwarten, in die grossen, weiten Hallen des Wissens einzutreten und mir ihre Weisheit eigen zu machen. Aber wie gesagt, es waren die grossen, weiten Hallen. Alles sollte neu werden, ich kannte niemanden, war plötzlich nach dem Rausch in der 6. Klasse zu den Älteren zu gehören, wieder in der Situation der junge, unerfahrene Schüler zu sein. So begleitete mich auch die eine oder andere schlaflose Nacht in dieser Zeit. Neben die Aufregung, die Vorfreude auf diese neue Herausforderung gesellten sich Sorgen und Ängste vor der Ungewissheit, was mich wohl genau erwarten und sich so alles ändern würde.
Die Sommerferien, meist der heiss ersehnte Höhepunkt neben Geburtstag und Weihnachten, vermochten mich denn auch nur mässig zu begeistern. Neben meinen Gedanken an was Unbekanntes kommen würde und den Erinnerungen an die nun abgeschlossene Vergangenheit blieb nur bedingt Platz für die Freuden des Sommers. Ich fühlte mich zerrissen in diesem Schwebezustand zwischen gestern, hier und jetzt und morgen.
Doch dieses Morgen erwartete mich doch schneller als gedacht und so hiess es plötzlich diesen langen Schulweg nun mit dem Fahrrad auf mich zu nehmen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Ich wollte sehen und spüren, was dieses Gymnasium, auf welches ich nun schon so viel Zeit und Energie investiert hatte zu bieten hatte. Ich wollte erleben, wie sich diese geballte Ladung Wissen anfühlt. Ich wollte kennenlernen, wer sich dieser Herausforderung ebenfalls gestellt hatte und sich nun am vermeintlich gleichen Punkt befand wie ich.
So wie ich in dieses Abenteuer hineingerufen hatte, so schallte es aus denn Hallen des Gymnasiums heraus. Nach einer ersten Kennenlernphase der Systematik, der Mitschülerinnen und Mitschüler (nun gut, ich gebe zu, in dieser Zeit fand ich Mädchen doch eher noch ein bisschen doof, also eher Mitschüler) stellte sich heraus, es erging fast allen gleich. Alle hatten ihre Sorgen und Ängste und konnten diese nach und nach ablegen. Ein Neuanfang ist nicht immer einfach, aber er lohnt sich, um seine Träume zu verwirklichen, denn nur der Mut sich auf das Unbekannte einzulassen, ermöglicht es zu sehen, zu erleben, zu spüren und kennenzulernen, was diese Welt Grossartiges zu bieten hat. Ich hatte mich selten so erleichtert gefühlt, wie in diesem Moment, diesen Momenten des Ankommens in einer für mich fremden Galaxie. Die lange, anstrengende Reise in der Raumfähre Richtung Gymnasium hatte sich gelohnt.

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