27. Jun 2016

Wie deine Freizeit wirklich frei wird

Was heisst Freizeit in der heutigen Gesellschaft, in der sich Privatleben, Schule und Beruf zunehmend vermischt. Ein Essay von Seluan Ajina ist dieser Frage nachgegangen.

Freizeit kann uns manchmal echt überfordern. Neben Job und Schule scheint es fast, als ob einem auch die Freizeit aus den Händen gerät. Die Zeit also, die für Erholung sorgen sollte, wird zunehmend als stressig empfunden. Damit du einen vollen Terminkalender mit Schule und Beruf gesund überstehst, wollen wir dir im Folgenden ein paar Tipps geben:

 

Man kann es ruhig als Erstweltproblem bezeichnen, die Überforderung mit dem Unterhaltungsangebot in der heutigen Zeit. Und doch müssen wir uns mit gegenwärtigen Entwicklungen auseinandersetzen, denn sie betreffen uns. Freizeit heisst heute: sich entscheiden und planen. Das sagt zumindest Ben Kuchera in seinem Essay. Konkret geht es darum, dass uns die Angebotsfülle des Alltags überfordert. Und zwar vor allem, weil neben Beruf und Schule zunehmend auch im Freizeitbereich Gedanken wie „ich könnte auch…“ oder „ich sollte doch…“ Einzug finden. Unsere Freizeit wird immer stressiger. Kuchera meint, dass uns das heutige Unterhaltungsangebot vollkommen überfordere und wir geneigt seien, die Zeit der Entspannung neuerdings als Anspannung zu empfinden.

 

Ich überlege ein bisschen und komme zum Schluss, dass an seiner groben Diagnose tatsächlich etwas dran ist. In seiner Freizeit sieht sich der Mensch einem Überangebot gegenüber. Angebote wie Netflix und Youtube vermögen dies zu verdeutlichen. Die Überauswahl kann einen wirklich überfordern. Heute ist alles irgendwie immer und überall verfügbar. Wie bringe ich alles unter einen Hut? Wie kann ich neben meinen schulischen oder beruflichen Zielen trotzdem noch meinen Freizeitzielen nachkommen?

 

Wir leben in einer Popkultur, aber der Umgang mit ihr ist eine Herausforderung. Zu fest nagt das Wissen um Alternativen am freien und angenehmen Sein. Wer aber nicht auf Spazieren steht –ich könnte es zwar sehr empfehlen – und einfach eine Anleitung in der dichten Unterhaltungswelt 2016 sucht, dem bietet sich die Lösung: setze dir popkulturelle Ziele: „Heute lese ich zwei Kapitel Herr der Ringe“ oder „Heute möchte ich in FIFA eine Liga aufsteigen“. Dies wird sich positiv auf dein Medienchaos auswirken. So gehst du im Unterhaltungsstrudel nicht unter und bringst Ordnung in deine Freizeit.

 

Des Weiteren solltest du dich bei der Anschaffung neuer Bücher, Apps oder Games versuchen zu mässigen. Beende zuerst, was noch ansteht. Springe nicht vom einen zum anderen, sondern konzentriere dich auf eine kleine Auswahl an Unterhaltungsmöglichkeiten, und die schöpfst du aus. So nach der Devise: weniges richtig, statt vieles halb. Ich sage dir, du wirst deine Freizeit als sinnvoller genutzt und geordneter empfinden. Schliesslich kommt diese Strategie auch deinem Portemonnaie zugute. Du wirst dir allgemein weniger Neues zulegen, und im besten Fall Dinge, die du sowieso nie mehr konsumierst, wieder verkaufen.

 

Achte dich also in Zukunft ein bisschen darauf, wie du deine Freizeit gestaltest. Du solltest Freizeit bewusst erleben. Sie hilft dir, Kraft und Energie zu tanken, und dient gleichzeitig als seelischer Puffer. Doch der Umgang mit ihr will gelernt sein. Nur wer sich seiner Freizeit bewusst ist und sie pflegt, kann in ihr wirklich frei sein.

 

Text: Seluan Ajina

Titelphoto: Seringa / photocase.de