19. Aug 2017

Gymivorbereitung – Was macht einen guten Gymikurs aus

Gymivorbereitung ist nicht gleich Gymivorbereitung. Auf was sollte man bei einem Gymikurs zur Vorbereitung für die Gymiprüfung achten? Hier einige Tipps zu diesem Thema.

Das Angebot an Gymikursen im Kanton Zürich ist derweil stark angewachsen. Gleich mehrere Anbieter tanzen auf dem Parkett der institutionalisierten Nachhilfe. Ein Grossteil der Anbieter bietet Gymivorbereitungskurse an. Grund genug, sich zu fragen, was denn einen guten Gymikurs ausmacht. Genauer interessiert, was es braucht, damit die Lernenden optimal vorbereitet an die Prüfung gehen können. Um zu erfahren, welche Zutaten es für einen guten Gymikurs braucht, hat der Autor dieses Textes mit Menschen gesprochen, welche genau dafür verantwortlich sind, dass am Ende alles optimal über die Bühne geht.

Es herrscht reges Treiben im ersten Stock der stillgelegten Textilfabrik Auer & Co am Sihlquai 125 in Zürich. Der Impact Hub ist der Ort, wo junge Unternehmer*innen einquartiert sind und ihren Geschäften nachgehen. Auch Zürcher Nachhilfe hat hier ihr Hauptquartier. An diesem Tag treffe ich Yves Bouquet, Gründer und Geschäftsführer von Zürcher Nachhilfe. Das Gespräch beginnt bereits bei der Kaffeemaschine, wo wir uns über die aktuelle Bildungspolitik unterhalten. «Die Schule von heute wird den Anforderungen von heutigen Schülern nicht mehr gerecht», sagt Yves Bouquet. Aus diesem Grund hat er vor ein paar Jahren die Zürcher Nachhilfe ins Leben gerufen. Sie soll eben diesen jungen Menschen unter die Arme greifen, welche in der Schule nicht nachkommen oder abgehängt haben.

 

Was macht einen guten Gymikurs aus?

Was braucht es für einen guten Gymikurs? «Transparenz von Anfang an!», sagt Bouquet. «Die Eltern müssen wissen wie gross die Teilnehmerzahl in den Kursen ist, wo der Unterricht stattfindet und wann». Für Bouquet ist klar, dass nicht mehr als 6 Teilnehmer einen Kurs besuchen. Und vor allem: dass es eine Form von Leistungsüberprüfung gibt. Bei Zürcher Nachhilfe geschieht dies in Form von regelmässigen Probeprüfungen und den Leistungs-Protokollen. «Es hat sich gezeigt, dass die Eltern es extrem schätzen, wenn sie ständig darüber informiert sind, wo ihr Kind steht. Wo hat es Mühe, was fällt leichter – all das ist extrem wichtig, damit das Kind von seinen Eltern unterstützt werden kann zuhause». Bouquet betont den Wert der elterlichen Unterstützung auf dem langen Weg an die Gymiprüfung. Das Kind gehe zwar in den Vorbereitungskurs und schreibe schliesslich die Prüfung, doch sei es enorm wichtig, dass die Eltern sich für den Stand des Kindes interessieren, es motivieren und damit ein gutes Umfeld für ein erfolgreiches Lernen schaffen.

Zu einem guten Kurs gehört auch gutes Kursmaterial. Egal ob mit iPad oder klassischem Ordner – das Material muss das selbstständige Lernen ermöglichen. Dazu helfen z.B. Theorieseiten, welche jedes Thema begleiten sowie Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Auch hier zählt wieder das Credo der Transparenz: «Das Kind muss jederzeit wissen, wo es Schwierigkeiten hat und was es dagegen unternehmen kann».

Verlassen wir das Büro der Zürcher Nachhilfe und treffen uns mit Alessandra Ochsner, welche bereits zum zweiten Mal einen Primarkurs geleitet hat. Auch sie wird mit der Frage konfrontiert, was einen guten Kurs ausmacht. Ein guter Gymivorbereitungskurs, so Alessandra Ochsner, repetiere mit den Kids die grundlegende Theorie, ermögliche das selbstständige Arbeiten und nehme den Kids die Angst vor der Prüfung. Gerade der letzte Punkt sei nicht zu unterschätzen. «Durch das erneute Durchgehen von gelösten Probeprüfungen, das gemeinsame Lösen der Aufgaben und eine weitere Besprechung kann den Prüflingen die Angst vor der Prüfung genommen werden. Sie wissen, was auf sie zukommt!».

Wie der Geschäftsführer findet auch Ochsner wichtig, dass die Lernenden vor allem selbstständig arbeiten können. Am Material der Zürcher Nachhilfe findet sie gut, dass es die verschiedenen Niveaus bedient. «Das Kind kann sich durch den Stoff durcharbeiten und hat so ein Erfolgserlebnis nach dem anderen». Als angehende Sekundarlehrperson weiss sie, wie wichtig diese kleinen Momente sind. «Hat jemand Mühe bei einem Thema, so sind die kleinen Erfolge enorm bedeutsam. Das Kind schöpft Selbstvertrauen und das ist extrem wichtig für die spätere Prüfung».

Wichtig findet Alessandra Ochsner auch die Protokolle. Sie würden den Eltern aber auch der Lehrperson genau aufzeigen, mit welchem Thema sich ein Kind die vergangenen Wochen auseinandergesetzt hat. Entsprechend sollte das Kind in der Probeprüfung in diesem Bereich besser abschneiden. Neben der Transparenz der Leistung sei auch wichtig, dass die Lehrpersonen vorab wissen, was auf sie zukommt. Die Lehrpersonen bei Zürcher Nachhilfe erhalten vor dem Kursbeginn ein Dossier mit den relevanten Infos zu den Kursteilnehmern. Wo steht das Kind? In welchen Fächern hat es Mühe? Solche Dinge sind wichtig, damit die Lehrperson ein individuelles Lernprogramm für den/die Schüler*in gestalten kann. Hinzu kommt, dass die Kursteilnehmer*innen zu Beginn des Kurses eine Probeprüfung ablegen. So wird bei allen die gleiche Messlatte angesetzt.

Bleiben schliesslich noch die Stimmen der Kursteilnehmenden, also der Schüler*innen und deren Eltern. Zürcher Nachhilfe führt jedes Jahr Kundenbefragungen durch, um so herauszufinden, was besonders positiv aufgenommen wurde und wo man sich noch verbessern kann. Wie bereits erwähnt, schätzen die Eltern vor allem die Leistungsprotokolle. «Ich arbeite sehr viel und hatte nicht viel Zeit für meinen Sohn. Durch die Protokolle wusste ich jederzeit, wo mein Sohn steht und was ihm Mühe bereitet.» Eine andere Kundin äusserte sich positiv über die jungen Lehrpersonen, welche die Kurse leiteten. «Der Mathelehrer konnte mein Kind richtig gut motivieren. Ich wünschte, sie hätte auch sonst solche Lehrer!». Jemand sagte: «Ich fand es super, dass ich jederzeit anrufen konnte, wenn ich fragen hatte zum Kurs oder dergleichen. Ich schätzte diese persönliche Art sehr.» (Kundenstimmen)

Den Kindern gefiel, dass sie im Kurs jederzeit mit Fragen zur Lehrperson gehen konnten und eine gute Grundstimmung im Kurs herrschte. Ein Kursteilnehmer äusserte sich so: «Ich ging jedes Mal gerne in den Kurs, auch wenn ich manchmal Mühe hatte aufzustehen». Auch die Kursmaterialien stiessen auf positive Resonanz. Kinder, welche gerne für sich arbeiteten, kamen so voll auf ihre Kosten, konnten aber trotzdem bei Unklarheiten die Lehrperson fragen.

 

Wer sollte den Kurs besuchen? 

Stellt sich schliesslich die Frage, für wen die Vorbereitungskurse geeignet sind und für wen nicht. Bouquet und Ochsner sind einstimmig in der Sache, wenn sie sagen, dass eine gute Portion Eigeninitiative und ein gewisses Vorwissen essentiell seien. «Man darf ja nicht meinen, man könne das Kind in den Kurs stecken und zägg besteht es die Gymiprüfung!», mahnt Alessandra Ochsner. Das Kind muss motiviert sein und zeigen, dass es die Prüfung bestehen will. Leider gebe es immer wieder Eltern, die ihre Kinder um jeden Preis am Gymnasium sehen wollen, beteuert Bouquet. Im Unterricht sei dies dann besonders störend, wie Alessandra Ochsner findet. «Diese Kids hocken dann nur rum und wollen gar nicht richtig arbeiten geschweige denn Fortschritte erzielen. Sie stören die anderen und lenken sie ab!».

Eine Garantie fürs Bestehen gibt es nicht. Ein Gymikurs ist ein Vorbereitungskurs, der die Kids darin trainiert, wie sie die Prüfung erfolgreich lösen können. Die Motivation zum Mehraufwand muss der/die Schüler*in aber selber mitbringen. Auch die Eltern spielen da eine wichtige Rolle. Sie müssen das Kind in ihrem Tun unterstützen, ohne jedoch allzu grossen Druck auszuüben. «Meistens reicht es bereits aus, wenn sich die Eltern für das Kind und seine Fortschritte im Kurs interessieren», so Bouquet. Alessandra Ochsner dazu: «Es ist extrem wichtig, dass die Eltern dem Kind das Gefühl geben, dass es okay ist, wenn es Fehler macht oder in einzelnen Bereichen schwach ist. Deshalb sind sie ja im Kurs!».

 

Titelfoto: sör alex / photocase.de