25. Aug 2017

Gymiprüfung Langzeitgymnasium – das erwartet dich

Wie sieht der Aufbau der Gymiprüfung für das Langzeitgymnasium aus? Die wichtigsten Informationen zur Gymiprüfung nach der 6. Klasse im Kanton Zürich inklusive einer Liste aller Langzeitgymnasien im Kanton Zürich und weiterführende Informationen dazu finden Sie hier.

Wer sich für das Langzeitgymnasium im Kanton Zürich anmeldet, tut gut daran, sich im Vornherein zu informieren, wie die Vornoten zählen und welche Inhalte an der zentralen Aufnahmeprüfung geprüft werden. Im Folgenden nehmen wir die Gymiprüfung für Sechstklässler genauer unter die Lupe, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

 

Wie zählen die Noten?

Wie im Prüfungsreglement nachzulesen, zählt für die Sechstklässler die Erfahrungsnote gleich viel wie die Noten aus den Aufnahmeprüfungen in diesen beiden Fächern. Erfahrungsnote bedeutet das Mittel aus den Fächern Deutsch und Mathematik im Januar resp. Februarzeugnis der 6. Klasse. Die folgende Grafik verdeutlicht noch einmal, wie man auf die Endnote kommt:

Vornoten Primarschule Gymiprüfung

Beachten Sie bitte: Im Unterschied zur Gymiprüfung ab der Sekundarschule gibt es keine mündlichen Prüfungen. Das bedeutet, dass die Gesamtnote nicht unter 4.5 liegen darf, ansonsten wird man nicht aufgenommen. Umso wichtiger ist es also, dass man in den beiden schriftlichen Prüfungen (Deutsch und Mathematik) gute Resultate erzielt.

 

Was wird geprüft?

Geprüft werden die Fächer Deutsch und Mathematik. Der Kanton hat die Prüfungsinhalte sowie die geprüften Kompetenzen genau definiert Die Prüfung orientiert sich am Lehrplan für Volksschulen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Inhalte und Kompetenzen in beiden Fächern vorausgesetzt werden. Wir halten uns dabei an die offiziellen Angaben des Kantons (abrufbar unter www.zentraleaufnahmepruefung.ch).

 

Mathematik

Die Matheprüfung dauert insgesamt 60 Minuten und beinhaltet neun Aufgaben. Wichtig: Die Benützung von Taschenrechnern oder anderen elektronischen Hilfsmitteln ist an der Aufnahmeprüfung nicht erlaubt!

Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler können Aufgaben aus folgenden Bereichen lösen:

  • Natürliche Zahlen bis 1’000’000: die vier Grundoperationen, wobei ein Faktor höchstens dreistellig, der Divisor höchstens zweistellig ist
  • Brüche: Addieren und Subtrahieren von gleichnamigen Brüchen, Multiplikation eines Bruchs mit einer natürlichen Zahl
  • Dezimalzahlen: die vier Grundoperationen, wobei ein Faktor eine höchstens dreistellige natürliche Zahl ist, der Divisor eine höchstens zweistellige natürliche Zahl ist
  • Masseinheiten für Geldwerte, Längen, Zeiten, Gewichte (Masse) und Hohlmasse: die vier Grundoperationen mit den entsprechenden Grössen, wobei höchstens zwei Masseinheiten und bei der Dezimalschreibweise nur dekadische Grössen (0-10) vorkommen
  • Proportionalität und umgekehrte Proportionalität in Textaufgaben: Erkennen und systematisch Lösen
  • Ebene geometrische Objekte wie Dreieck, Viereck (Rechteck, Quadrat), Kreis, Punkt, Gerade, Strecke: elementare Überlegungen und Konstruktionen; Messen und Abtragen von Längen und Winkeln; Konstruktion mit Zirkel und Geo-Dreieck von Parallelen, Senkrechten, Mittelsenkrechten; Berechnen des Umfangs eines Vielecks (z.B. Rechteck) à Wichtig! Winkelhalbierende und Strahl werden nicht verlangt.
  • Geometrische Körper wie Würfel, Quader, Prisma, Pyramide, Kegel, Zylinder, Kugel: räumliches Sehen, Überlegen und Zählen

Kompetenzen

Es werden folgende Fertigkeiten vorausgesetzt:

  • mit natürlichen Zahlen die vier Grundoperationen ausführen
  • mit Brüchen umgehen und Bruchteile berechnen
  • mit Dezimalzahlen rechnen
  • Brüche in Dezimalzahlen und abbrechende Dezimalzahlen in Brüche umwandeln
  • die wichtigsten Grössen kennen und mit ihnen rechnen
  • eine Grösse anders notieren und von einer Masseinheit in eine andere umrechnen
  • sprachlich formulierte Rechenaufgaben lösen
  • Sachaufgaben, denen direkte oder indirekte Proportionalität zu Grunde liegt, lösen
  • die Eigenschaften von elementaren geometrischen Figuren beim Lösen von Aufgaben verwenden
  • einfache geometrische Linien konstruieren
  • Berechnungen an geometrischen Figuren durchführen
  • Problemstellungen an ebenen geometrischen Figuren und an geometrischen Körpern bearbeiten 

 

Was erwartet mich an der Mathe-Gymiprüfung?

Zwar werden verschiedene Anforderungen an die Kandidatinnen und Kandidaten gestellt, das heisst aber noch lange nicht, dass sämtliche Themen-Bereiche gleich gewichtet werden. Deshalb listen wir nachfolgend auf, mit welchen Aufgaben Sie an der Mathe-Gymiprüfung mit Sicherheit rechnen können. Grundsätzlich lassen sich drei Grundtypen ausmachen:

Geometrie, 1-3 Aufgaben

Bei den Geometrieaufgaben geht es oft darum, einen Umfang zu berechnen. Oft sind es auch Aufgaben, bei denen der Umgang mit dem Zirkel geprüft wird. Winkelhalbierende? Mittelsenkrechte? Wem diese Begriffe unbekannt sind, sollte sich unbedingt in Geometrie noch ein wenig vorbereiten.

Reine Rechenaufgaben, 1-2 Aufgaben

Komplizierte „Bandwurmrechnungen“ mit Brüchen und Unbekannten kommen hier vor. Diese sind ganz einfach mit Routine zu erlernen, werden aber von vielen unterschätzt. Dabei gehen wertvolle Punkte verloren.

Textaufgaben, 5-7 Aufgaben

Am häufigsten muss man in der Matheprüfung Textaufgaben lösen. Hier gibt es einige Unterkategorien wie zum Beispiel Aufgaben zur Geschwindigkeit, reine Knobelaufgaben oder Aufgaben mit Proportionen. Hier ist Übung gefragt. Gute Kenntnisse der reinen Zahlenrechnungen zahlen sich aus!

 

Deutsch

Die Deutschprüfung dauert insgesamt 105 Minuten und umfasst zwei Teile:

  1. Textverständnis und Sprachbetrachtung (Grammatik) (45 Minuten)
  2. Verfassen eines Textes (60 Minuten)

 

1. Textverständnis und Sprachbetrachtung (Grammatik) (45 Minuten)

Textverständnis: Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigen, dass sie stufengemässe Texte verstehen. Dabei können sie einem Text Informationen entnehmen, Zusammenhänge verstehen und über Fragen, die ein Text aufwirft, nachdenken.

Sprachbetrachtung: Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigen, dass sie sprachliche Erscheinungsformen erkennen und darüber nachdenken können. Dabei können sie altersgerecht ausgewählte Wörter, Sätze und Texte erfassen und beschreiben. Sie sind in der Lage, Wörter und Sätze zu bestimmen, zu ersetzen, umzuformen oder neu zu bilden. Die Kandidatinnen und Kandidaten können Aufgaben aus folgenden Bereichen lösen:

  • Wortbedeutungen (im Textzusammenhang Wortbedeutungen erkennen)
  • Wortarten (Verben, Nomen und Adjektive bilden oder bestimmen)
  • Verb (Grund-, Personal- und folgende Zeitformen bilden oder bestimmen: Präsens (Gegenwartsform), Präteritum (Vergangenheit 1), Perfekt (Vergangenheit 2) und Futur (Zukunft); in einem Text Verben in die richtige Zeitform setzen; Texte oder Sätze in eine andere Zeit- form setzen)
  • Sätze (Sätze mittels Konjunktionen oder Adverbien verknüpfen)
  • Direkte Rede (die direkte Rede mit den dazugehörigen Satzzeichen richtig anwenden)

 

2. Verfassen eines Textes (60 Minuten)

Wichtig: Für den Prüfungsteil „Verfassen eines Textes“ darf das in der Primarschule verwendete Wörterbuch «Wort für Wort» oder der «Duden Rechtschreibung» benutzt werden.

Inhalte

Die Kandidatinnen und Kandidaten können Erlebtes, Beobachtetes oder Erfundenes in einem Text niederschreiben. Beim Verfassen von Texten werden folgende Fertigkeiten verlangt:

  • von eigenen Erlebnissen berichten
  • einen Sachbericht verfassen
  • eigene Beobachtungen und damit verbundene Gefühle beschreiben
  • eine selbst erfundene Geschichte erzählen
  • ausgehend von Fotos oder anderen Bildern eine Geschichte erzählen
  • ausgehend von einem vorgegebenen Textstück eine Geschichte erzählen (einen Anfang oder einen Schluss erfinden, etwas Gesagtes einbetten)
  • ausgehend von Anregungen wie Reizwörtern oder einer Zeitungsmeldung eine Geschichte erzählen
  • einen Brief schreiben

Kompetenzen
Die Kandidatinnen und Kandidaten können:

Inhaltlich:

  • den Text auf das Thema und die Aufgabenstellung ausrichten
  • Relevantes, sachlich Richtiges und im Zusammenhang Plausibles schreiben
  • eigenständig schreiben
  • den Text strukturieren
  • Wiederholungen und Widersprüche vermeiden
  • Gedanken und Sätze klar verknüpfen
  • das Geschriebene auf die Leserin/den Leser ausrichten

stilistisch:

  • präzise Wörter wählen
  • standarddeutsche Wörter verwenden
  • eine abwechslungsreiche und anschauliche Sprache verwenden
  • den Satzbau variieren
  • die Eigenheiten der gewählten Textsorte berücksichtigen

formal:

  • orthografisch korrekt schreiben (Gross- und Kleinschreibung, Wortstammregel)
  • grammatisch korrekt schreiben
  • Satzzeichen korrekt setzen (Satzschlusszeichen, Satzzeichen bei direkter Rede, Kommas bei Aufzählungen)

 

Was erwartet mich an der Deutsch-Gymiprüfung?

  1. Teil – Die Sprachprüfung, 45 Minuten

Beim Sprachenteil erhalten die Prüflinge einen Text. Diesen Text muss man durchlesen. Danach folgen ca. 10 inhaltliche Fragen zum Text. Hier wird überprüft, wie gut die Prüflinge Gelesenes verstehen und wiedergeben können. Hier hilft Training und vor allem eines: Bücher lesen! Danach folgen weitere ca. 8 Aufgaben die ganz Unterschiedliches abfragen. Von Grammatik zu Rechtschreibung bis zum Wortschatz ist ein wenig alles dabei. Hier lohnt es sich, alte Prüfungen zu überarbeiten. Damit sollte man genügend Übung haben, denn die Aufgabentypen wiederholen sich von Jahr zu Jahr.

 

  1. Teil – Der Aufsatz, 60 Minuten

Hier ist Phantasie gefragt! Der Aufsatz macht auf die Gesamtprüfungsnote bezogen stolze 25% aus. Wer hier also eine gute Leistung bringt, kann schon mal den einen oder anderen Patzer an der Matheprüfung ausgleichen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten meist eine Auswahl an drei Themen, zu denen sie einen Text verfassen müssen. Es wird auf die Rechtschreibung und den Stil geachtet. Wer phantasievoll und prägnant auf das Thema eingehen kann, hat einen grossen Vorteil. Man kann Aufsatzschreiben trainieren. Erkundigen Sie sich bei der Lehrerin oder dem Lehrer Ihres Kindes über die Möglichkeiten.

 

Die Langzeitgymnasien des Kantons Zürich auf einen Blick

Stadt Zürich:

Kantonsschule Wiedikon Zürich

Kantonsschule Freudenberg Zürich

Kantonsschule Hohe Promenade Zürich

Kantonsschule Zürich Nord

Literaturgymnasium Rämibühl Zürich

Realgymnasium Rämibühl Zürich

Freies Gymnasium Zürich

Winterthur:

Kantonsschule Rychenberg Winterthur

Küsnacht:

Kantonsschule Küsnacht

Urdorf:

Kantonsschule Limmattal

Uster:

Kantonsschule Uster

Bülach:

Kantonsschule Zürcher Unterland

Wetzikon:

Kantonsschule Zürich Oberland

 

Die gemachten Angaben sind ohne Gewähr.

 

Titelfoto: margie / photocase.de