02. Sep 2017

Gymiprüfung Kurzzeitgymnasium – das wird geprüft

Wie sieht der Aufbau der Gymiprüfung für das Kurzzeitgymnasium aus? Die wichtigsten Informationen zur Gymiprüfung nach der Sekundarstufe im Kanton Zürich inklusive einer Liste aller Kurzzeitgymnasien im Kanton Zürich und weiterführende Informationen dazu finden Sie hier.

Wer sich für das Kurzgymnasium im Kanton Zürich anmeldet, tut gut daran, sich im Vornherein zu informieren, wie die Vornoten zählen und welche Inhalte an der zentralen Aufnahmeprüfung geprüft werden. Im Folgenden nehmen wir die Gymiprüfung für Sekschüler*innen genauer unter die Lupe, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt.

  

Zählen die Vornoten?

Die Schulnoten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Französisch sind laut Reglement irrelevant. Für den Eintritt ins Kurzgymnasium, die FMS, HMS und IMS zählt nur die Gymiprüfung! Für die genannten Mittelschulen gelten dabei folgende Regelungen:

Kurzgymnasium:
Bestanden: mindestens Note 4
Nicht bestanden: weniger als Note 3.75
Zulassung zur mündlichen Prüfung: Noten zwischen 3.75 und 4
Bestanden mündliche Prüfung: mindestens 4

Fachmittelschule
Bestanden: mindestens Note 4
Nicht bestanden: weniger als Note 3.75
Zulassung zur mündlichen Prüfung: Noten zwischen 3.75 und 4
Bestanden mündliche Prüfung: mindestens 4

Handelsmittelschule
Bestanden: mindestens Note 3,87
Nicht bestanden: weniger als Note 3,37
Zulassung zur mündlichen Prüfung: Noten zwischen 3.37 und 3.87
Bestanden mündliche Prüfung: mindestens 4

  

Was wird geprüft?

Geprüft werden die Fächer Mathematik, Deutsch und Französisch. Der Kanton hat die Prüfungsinhalte sowie die geprüften Kompetenzen genau definiert (siehe unten). Die Prüfung orientiert sich am Lehrplan für Volksschulen. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, welche Inhalte und Kompetenzen in beiden Fächern vorausgesetzt werden. Wir halten uns dabei an die offiziellen Angaben des Kantons (abrufbar unter www.zentraleaufnahmepruefung.ch).

 

Mathematik

 Die Matheprüfung dauert insgesamt 90 Minuten.

Erlaubte Hilfsmittel:

  • Taschenrechner ohne Möglichkeit zur graphischen Darstellung (Funktionen, Statistiken), zur Programmierung, zur Umformung von Termen mit Variablen, zur Lösung von Gleichungen oder zur Speicherung von ganzen Formeln und von Texten.
  • Taschenrechner, die nur erweiterte Fähigkeiten im Umgang mit Zahlen haben (Umformung von Brüchen), sind erlaubt.
  • Konstruktionswerkzeug (Zirkel, GEO-Dreieck)

 

Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler können Aufgaben aus folgenden Bereichen lösen:

Zahlen und Variablen

  • In den natürlichen, den ganzen und den rationalen Zahlen Grundoperationen inkl. Potenzieren und Wurzelziehen ausführen, Rechenregeln korrekt anwenden
  • In den natürlichen Zahlen mit Teilern und Vielfachen umgehen, Primfaktorzerlegungen durchführen, ggT und kgV bestimmen
  • Zahlenpaare im Koordinatensystem eintragen und ablesen
  • Sachkontexte mit Zahlen adäquat beschreiben und berechnen
  • Aus Sach- oder geometrischen Kontexten Terme ableiten, Zahlen in Terme einsetzen und Termwerte berechnen
  • Algebraische Termumformungen (bis und mit Bruch- und Wurzeltermen) korrekt ausführen
  • Eine lineare Gleichung mit einer Unbekannten aus einem Sachkontext ableiten und die Lösung der Gleichung bestimmen (bis und mit Bruchgleichungen ohne Variable im Nenner)
  • Formeln nach verschiedenen Variablen auflösen

Daten und Zufall

  • Säulen-, Linien- und Kreisdiagramme erstellen und interpretieren, anhand von Daten und Diagrammen Berechnungen durchführen, Einsatzmöglichkeiten der Diagramme kennen
  • Die Begriffe absolute und relative Häufigkeit sowie Wahrscheinlichkeit verstehen und in Berechnungen korrekt einsetzen
  • Bei einstufigen und zweistufigen Laplace-Zufallsexperimenten Wahrscheinlichkeiten berechnen
  • Liniendiagramme zur Entwicklung der relativen Häufigkeit bei vielfacher Versuchsdurchführung interpretieren

Grössen und Masse

  • Sachaufgaben mit Längen, Flächen, Volumen (Raum- und Hohlmasse), Gewichten und Zeiten lösen
  • Prozentuale Anteile berechnen, aus Anteilen das Gesamte berechnen, eine Reduktion oder einen Aufschlag in Prozenten angeben
  • Berechnungen mit Bruttopreis, Nettopreis und Rabatt sowie Mehrwertsteuer durchführen

Funktionale Zusammenhänge

  • Abhängige Grössenpaare in einer Tabelle oder als Graph in einem Koordinatensystem darstellen
  • Weg-Zeit-Graphen und Füllgraphen von Gefässen interpretieren und skizzieren
  • Proportionale und umgekehrt proportionale Zusammenhänge als solche erkennen, berechnen und als Graph darstellen 

Form und Raum 

  • Achsen-, dreh- und punktsymmetrische Figuren erkennen und ergänzen
  • Eigenschaften der Achsen- und der Punktspiegelung benennen, Konstruktionen durchführen
  • Definitionen und Eigenschaften geometrischer Körper (Würfel, Quader, Pyramide,
  • gerades Prisma) kennen
  • Netz und Körper in Zusammenhang bringen
  • Volumen- und Oberflächenberechnungen an oben genannten Körpern durchführen
  • Bei oben genannten Körpern sowie Würfelkörpern die Ansicht von rechts, oben und vorne angeben, sowie aus Ansichten den Körper rekonstruieren
  • Bewegungen bei Würfelkörpern und Prismen gedanklich vorstellen und neue Lagen skizzieren
  • Würfelkörper auf Punktpapier und Häuschenpapier skizzieren
  • Den Satz von Pythagoras in räumlichen geometrischen Situationen zur Berechnung einsetzen
  • Definitionen und Eigenschaften spezieller Dreiecke und Vierecke kennen (gleichschenkliges Dreieck, gleichseitiges Dreieck, Quadrat, Rechteck, Rhombus, Parallelogramm, Drachen, Trapez)
  • Umfang und Flächeninhalt von Dreiecken, Vierecken und Figuren, welche sich auf diese zurückführen lassen, berechnen
  • Winkel in geometrischen Situationen berechnen und dazu die Winkelsumme im Dreieck und im Viereck benutzen
  • Den Satz von Pythagoras in ebenen geometrischen Situationen zur Berechnung einsetzen
  • Eigenschaften der Mittelsenkrechten, Winkelhalbierenden und Mittelparallelen kennen und diese für einfache Konstruktionsaufgaben (Dreiecke, Vierecke, Abstands- aufgaben) nutzen
  • Eigenschaften des Thaleskreis kennen, ihn für Konstruktionsaufgaben und Winkelberechnungen nutzen
  • Spezielle Punkte und Linien im Dreieck kennen und konstruieren (Höhen und Höhenschnittpunkt, Schwerlinien und Schwerpunkt)

  

  

Deutsch

Die Deutschprüfung dauert insgesamt 135 Minuten und umfasst zwei Teile:

  1. Textverständnis und Sprachbetrachtung (Grammatik und Ausdruck) (45 Minuten)
  2. Verfassen eines Textes (90 Minuten)

Erlaubte Hilfsmittel:

  • Für den Prüfungsteil „Verfassen eines Textes“ darf das in der Primarschule verwendete Wörterbuch «Wort für Wort» oder der «Duden Rechtschreibung» benutzt werden.

 

  1. Textverständnis und Sprachbetrachtung (Grammatik) (45 Minuten)

Textverständnis: Die Kandidatinnen und Kandidaten können einen stufenadäquaten Text genau lesen und Fragen zu seinem Inhalt und zur sprachlichen Form beantworten. Sie können zwischen Realität und Fiktion unterscheiden, sind mit verschiedenen literarischen und nicht-literarischen Textsorten vertraut und erkennen die Absichten von Texten.

Sprachbetrachtung: Die Kandidatinnen und Kandidaten zeigen, dass sie sprachliche Erscheinungsformen erkennen und darüber nachdenken können. Dabei können sie altersgerecht ausgewählte Wörter und Sätze und Texte erfassen und beschreiben; sie sind in der Lage, Wörter und Sätze zu bestimmen, zu ersetzen, umzuformen oder neu zu bilden.

Grammatik: Die folgende Aufstellung grammatikalischer Begriffe umreisst den Stoffbereich, der von den Kandidatinnen und Kandidaten an der Prüfung erwartet wird:

Wortlehre:

Verb

  • Person, Singular/Plural
  • Zeitformen: Präsens, Präteritum, Futur; Perfekt, Plusquamperfekt
  • Modalformen: Indikativ, Imperativ Konjunktiv I und II
  • Aktiv und Passiv
  • Hilfsverb und Modalverb

Nomen

  • Geschlecht: maskulin/männlich, feminin/weiblich, neutrum/sächlich
  • Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ

Adjektiv

  • Vergleichsformen: Positiv, Komparativ, Superlativ

Pronomen

  • Pronomen, allgemeine Bestimmung ohne Unterscheidung der Pronomenunterarten

 Partikel

  • Präposition, Konjunktion (Die anderen Partikeln sind als solche zu erkennen)

 

Satzlehre:

Verbale Teile

  • Personalform, Infinitiv, Partizip II, Verbzusatz

Satzglieder

  • Subjekt
  • Genitivobjekt, Dativobjekt, Akkusativobjekt

Die entscheidenden Unterschiede zwischen den auf der Sekundarstufe verwendeten Lehrmitteln sind:

  • Bei den verbalen Teilen wird in „Sprachwelt Deutsch“ nur das Partizip II eingeführt. Dieses wird teilweise mit Partizip bezeichnet.
  • In „Sprachwelt Deutsch“ wird der Begriff Infinitivprobe nicht eingeführt. Die verbale Wortkette ist jedoch bekannt.

Ausdruck         

Wortebene:

Die Kandidatinnen und Kandidaten sind fähig, mit der Hierarchisierung von Begriffen zu arbeiten. Zudem sind sie vertraut mit den Prinzipien der Wortbildung (Wortfamilien) und semantischen Bezügen (Wortfelder).

Satzebene:

Die Kandidatinnen und Kandidaten kennen die wichtigen Prinzipien, wie sich einzelne Sätze zu einem kohärenten Text verknüpfen lassen:

  • logisch richtige Satzverknüpfungen mit Konjunktionen
  • logische Bezugnahme mit Pronomen
  • logischer Ablauf mit den Zeitverhältnissen und Zeitstufen
  • deutliche Erzählschritte

Erzählform:

Die Kandidatinnen und Kandidaten können direkte und indirekte Rede mit entsprechendem Modus umwandeln, und sie erkennen Aktiv- und Passivkonstruktionen.

  

  1. Verfassen eines Textes (90 Minuten)

Inhalte

Die Kandidatinnen und Kandidaten können Erlebtes, Beobachtetes, Erfundenes, Rezipiertes (in Medien gelesen, gehört, gesehen) oder Reflektiertes in einem Text niederschreiben und diesen Text adressatenbezogen gestalten.

Beim Verfassen von Texten sind folgende Fertigkeiten anzuwenden und zu kombinieren:

  • von eigenen Erlebnissen berichten
  • eigene Beobachtungen und damit verbundene Gefühle beschreiben
  • eine selbst erfundene Geschichte erzählen
  • ausgehend von Fotos, anderen Bildern, Comics oder einem vorliegenden literarischen oder nicht-literarischen Text einen übergeordneten Sachverhalt darlegen
  • einen vorgegebenen Sachverhalt veranschaulichen
  • über einen Sachverhalt informieren
  • Meinungen äussern und begründen
  • Die im verfassten Text ausgeführten Inhalte reflektieren und in einen grösseren Zusammenhang stellen

 

Die Kandidatinnen und Kandidaten achten beim Verfassen ihres Textes darauf, dass sie …

Inhaltlich:

  • den Text auf das Thema und die Aufgabenstellung ausrichten
  • Relevantes, sachlich Richtiges und im Zusammenhang Plausibles schreiben
  • die einzelnen Aspekte des Themas sinnvoll gewichten
  • die Vollständigkeit der Darlegungen anstreben
  • eigenständig schreiben
  • den Text strukturieren
  • die zeitliche und sachliche Ordnung des Schreibgegenstandes berücksichtigen
  • Wiederholungen und Widersprüche vermeiden
  • das Dargelegte angemessen werten
  • Gedanken und Sätze klar verknüpfen

Sprachlich-stilistisch:

  • präzise und angemessene Wörter wählen
  • standarddeutsche Wörter, Ausdrücke, Satzstrukturen und Zeitformen verwenden
  • eine abwechslungsreiche und anschauliche Sprache verwenden
  • den Satzbau variieren
  • die Eigenheiten der gewählten Textsorte bewusst gestalten
  • dem Adressaten und der Erzählabsicht Rechnung tragen
  • stilistisch Unpassendes (Umgangssprache, Mündlichkeit) vermeiden
  • bildhafte Ausdrücke, Vergleiche und korrekte Redewendungen gebrauchen

Formal:

  • orthografisch, grammatisch korrekt schreiben und die Satzzeichen richtig setzen

 

  

Französisch

Die Französischprüfung dauert insgesamt 60 Minuten.

 

Inhalte:

  • Dem Anschlussprogramm Französisch liegt der Stoff der Unités 1 bis 10 (Lehrbuch und Module) des Lehrmittels «Envol 7» und «Envol 8» zugrunde.
  • Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen über den Stoff der Unités 1 – 10 gemäss den Lernzielen für erhöhte Anforderungen verfügen.
  • Die Anforderungen entsprechen weitgehend der Stufe A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

 

Kompetenzen:

Wortschatz

Lernwortschatz (livre de l’élève ou cahier d’activité) der Unités 1 bis 10 von „Envol 7“ und „Envol 8“

 

Kommunikative Fertigkeiten

Hörverstehen:

  • Einen kurzen Hörtext über ein vertrautes Thema verstehen und die entsprechenden
  • Fragen mit „richtig/falsch/man weiss es nicht“ beantworten können.

Leseverstehen:

  • Die wesentlichen Informationen eines kurzen und einfachen Textes verstehen kön- nen, auch wenn dieser zum Teil unbekanntes Vokabular und/oder unbekannte Strukturen enthält, und Fragen auf Deutsch oder Französisch dazu beantworten können.

Schreiben:

  • Einen kurzen Text über ein im Lehrbuch behandeltes oder verwandtes Thema mit Hilfe eines zweisprachigen Wörterbuches verfassen können.

  

Formale Kenntnisse

Grammatik: Formale Kenntnisse der Unités 1 bis 10 von „Envol 7“ und „Envol 8“

Noms:

  • formation du pluriel

Verbes:

  • modes: infinitif, impératif
  • temps: présent, futur composé, passé composé avec être et avoir et verbes pronominaux (die Angleichung des participe passé bei mit avoir konjugierten Verben wird nicht verlangt!)
  • verbes irréguliers: être, avoir, faire, vouloir, pouvoir, devoir, prendre, partir, sortir, mettre, vendre, rendre, répondre, attendre, écrire, lire, voir, aller, acheter, préférer

Adjectifs:

  • formation du féminin et du pluriel
  • formation du comparatif

Articles:

  • articles définis, indéfinis et partitifs; articles contractés

Pronoms, adjectifs et adverbes pronominaux:

  • pronoms personnels sujet, objet direct, objet indirect et réfléchis; place du pronom au présent, au passé composé, au futur composé, à l’impératif positif et négatif et avec un infinitif (mit Ausnahme von faire, laisser, entendre, voir)
  • adjectifs démonstratifs
  • adjectifs possessifs
  • pronoms et adjectifs interrogatifs
  • pronoms et adjectifs indéfinis: tout, chaque

Interrogations:

  • interrogation avec „est-ce que“; inversion (nur passive Kenntnis)

Négations :

  • ne …. pas, ne …. plus, ne …. rien

 

 

Die Kurzzeitgymnasien des Kantons Zürich auf einen Blick

Stadt Zürich:

Gymnasium Unterstrass Zürich

Kantonsschule Enge Zürich

Kantonsschule Hottingen Zürich

Kantonsschule Stadelhofen Zürich

mng Rämibuehl Zürich

Winterthur:

Kantonsschule Büelrain Winterthur

Kantonsschule im Lee Winterthur

 

Selbstverständlich fungieren auch Langzeitgymnasien mit entsprechenden Profilen als Kurzzeitgymnasien, in welche ein Übertritt aus einem Untergymnasium einer anderen Kantonsschule oder aber aus der 2. oder 3. Sekundartufe möglich ist.

 

Folgende Langzeitgymnasien bieten ebenfalls ein Kurzzeitgymnasium an.

Kantonsschule Wiedikon Zürich

Kantonsschule Zürich Nord

Freies Gymnasium Zürich

Kantonsschule Zürcher Unterland

Kantonsschule Zürich Oberland

Kantonsschule Uster

Kantonsschule Limmattal

Kantonsschule Küsnacht

 

Die gemachten Angaben sind ohne Gewähr.

 

Titelfoto: margie / photocase.de