16. Sep 2017

Gymiprüfung nicht bestanden – was nun?

Die Gymiprüfung ist eine schwierige Hürde. Welche Möglichkeiten gibt es denn, wenn man die Gymiprüfung nicht bestehen sollte? Hier finden Sie mögliche Optionen.

An der Gymiprüfung stellen Hunderte (wenn nicht Tausende) Schüler*innen ihr Wissen und Können unter Beweis. Bekanntlich schaffen es nicht alle. Geschuldet ist dieser Umstand der Tatsache, dass die Prüfung zum einen sehr anspruchsvoll ist, zum anderen, dass es sich hier um eine punktuelle Leistungsüberprüfung handelt. Was bedeutet das? Nun, es ist nicht ganz unproblematisch, wenn man von Schüler*innen erwartet, dass sie während einer kurzen Zeitspanne all ihr Wissen abrufen und in die Lösung von Aufgaben stecken. Im pädagogischen Jargon spricht man dabei von learning to the test und kritisiert das blinde, unreflektierte Lernen auf eine Prüfung hin – das Ziel: die Prüfung bestehen, und weiter nichts.

Wer besteht, wird positiv gestimmt sein. Klar, er oder sie hat’s geschafft und fühlt sich bestätigt. Für diejenigen, welche weniger erfolgreich waren, bedeutet die nicht bestandene Gymiprüfung jedoch ein Schlag ins Gesicht – eine derbe Abfuhr mit der message: du bist nicht gut genug! Entwicklungspsychologisch ist das heikel, der Kanton hält aber an dieser Strategie fest und will damit die Zahl der Gymischüler (auch FMS, BMS, etc.) kontrollieren. Leider wird sich hinsichtlich der Gymiprüfung in Bälde nichts ändern. Was sind die Optionen, wenn man zwar ans Gymi (oder ähnlich) will, die Gymiprüfung aber nicht besteht? Wir listen einige Vorschläge auf:

  

Erneuter Versuch – Wer die Gymiprüfung ab der 6. Primar nicht besteht, wechselt automatisch an die Sek (je nach Leistungsniveau Sek. A oder B). Ähnlich verhält es sich bei Schüler*innen der 2. Sekundarstufe: sie bleiben weiterhin in der gleichen Klasse. Für beide Gruppen bietet sich die Möglichkeit, später noch einmal anzutreten. Ehemalige 6.-Klässler melden sich für die Gymiprüfung ab der 2. oder 3. Sek an; Schüler*innen der 2. Sek. versuchen es ein Jahr später noch einmal. Für Abgänger*innen der 3. Sek. bieten sich neben der Prüfungsrepetition ein Jahr später (Achtung: Altersgrenze) weitere Möglichkeiten (siehe unten).

  

Alternativer Schultyp – Wie wir bereits berichtet haben, sind die Anforderungen je nach Schultyp unterschiedlich. Beispielsweise gelten nicht die gleichen Aufnahmebestimmungen beim Gymnasium und FMS. Zwar reicht das Resultat nicht fürs Gymi, aber vielleicht für die FMS? Informieren Sie sich über die einzelnen Schultypen hier.

  

Gymikurs – Sollte es an der Gymiprüfung nicht geklappt haben, so kann es an einer ungenügenden Vorbereitung liegen. Eine Gymiprüfung ist sehr strukturiert (siehe Gymiprüfung ab der 6. Klasse und Gymiprüfung ab der Sekundarstufe). Das heisst, nicht nur das Wissen und Können per se wird getestet, sondern auch wie gut ein*e Schüler*in mit diesem Prüfungstyp umzugehen weiss. Gerade dieser Umgang kann gelernt werden, wie auch die Aufgabentypen in Mathematik, Deutsch und Französisch. Genauso aber wird in Gymikursen auch das bestehende Wissen in diesen Fächern vertieft und erweitert. Probeprüfungen der Gymiprüfung können hierbei auch eine allfällige Prüfungsangst nehmen, und die Selbstsicherheit stärken.

Hier ein Beispiel wie ein Gymikurs bei Zürcher Nachhilfe normalerweise durchgeführt wird.

Die Vorbereitung auf die Prüfung erfolgt, indem die Inhalte repetiert und eine sinnvolle Prüfungsstrategie eingeübt wird. Während mehreren Wochen bereiten sich die Schüler*innen so in kleinen Klassen (max. 6 Teilnehmende) intensiv auf die Prüfung vor. Hinzu kommen die regelmässig stattfindenden Probeprüfungen, welche die Gymiprüfung simulieren und so die Angst vor der eigentlichen Prüfung hemmen sollten. Zusammen mit den jeweils individuell erstellten Leistungsprotokollen haben Kursteilnehmende und ihre Eltern stets den Überblick über den Stand der Dinge.

Hier finden Sie unseren Artikel zum Thema, was einen guten Gymikurs ausmacht.

Informieren Sie sich hier über unser Kursangebot: www.zuercher-nachhilfe.ch

  

Das Verbleiben in der bisherigen Schulstufe bzw. das Übertreten in die Sek A oder B betrifft lediglich diejenigen, welche die obligatorische Schulzeit noch nicht abgeschlossen haben. Was tun, wenn man die Gymiprüfung ab der 3. Sek nicht besteht? Es bieten sich hier (fast) die gleichen Möglichkeiten wie beim Nichtbestehen der Probezeit (den Artikel zu diesem Thema finden Sie hier).

  

Berufslehre – Vielleicht ist weiter zur Schule gehen gar nichts für dich? Vielleicht bist du wie geschaffen für eine Berufslehre in einem Dienstleistungsbetrieb oder arbeitest super gerne mit den Händen – das Nichtbestehen der Probezeit kann auch eine Möglichkeit sein, einen Richtungswechsel einzuschlagen und mit einer Berufslehre zu beginnen. Bewirb dich bei einem Betrieb! Mit deiner bestandenen Gymiprüfung hast du sowieso gute Karten. Und wenn du’s klug machst, kannst du vielleicht noch in die BMS einsteigen.

Informiere dich hier:

https://berufsberatung.ch

  

Zehntes Schuljahr – Es bietet sich dir auch die Möglichkeit, ein sogenanntes Brückenjahr bzw. ein zehntes Schuljahr zu absolvieren. Dieses bereitet dich auf eine Berufslehre vor. Das zehnte Schuljahr wird oft als Überbrückungsjahr gewählt, wenn die Berufsrichtung noch nicht klar ist oder keine Lehrstelle gefunden wurde. Beim 10. Schuljahr können die Schüler neben den Kernfächern Wahlfächer bestimmen, welche die Vorbereitung auf eine bestimmte Berufsrichtung unterstützen. Eine echt gute Alternative also, wenn du dich für eine Berufslehre entschieden hast, aber noch keinen Lehrbetrieb finden konntest.

Eine Auflistung zu den verschiedenen Anbietern liefert folgende Seiten:

Schweizer Bildungsportal:

http://www.ausbildung-weiterbildung.ch/List.aspx?catAutoID=134&R=Zehntes+Schuljahr+%2f+Berufswahljahr+%2f+Sekundarschule+A

Bildungsdirektion Kanton Zürich:

https://ajb.zh.ch/internet/bildungsdirektion/ajb/de/berufsberatung/formulare_merkblaetter/berufswahl_lehrstelle/_jcr_content/contentPar/downloadlist_3/downloaditems/zwischenl_sungen_und.spooler.download.1468230942386.pdf/brueckenangebote_und_zwischenloesungen_nach_sek.pdf

Adressliste von regionalen Zentren für Berufsbildung:

http://www.bvj-zh.ch

  

Privates Gymnasium – Die gymnasiale Matura (so auch die sog. Erwachsenenmatura) kann auch an Privatschulen erworben werden. Privatschulen haben ein grosses Angebot und ein Eintritt ist fast zu jedem Zeitpunkt möglich. In den meisten Fällen müssen jedoch die Schulkosten selber getragen werden. Erkundige dich am besten direkt bei den betreffenden Schulen wie z.B. Handelsschule Minerva oder Kaufmännisches Ausbildungszentrum (KV Business School).

  

Andere Zwischenlösung – Eine Zwischenlösung kann helfen, den nötigen Abstand zu finden und einen Entscheid vorzubereiten. Du kannst dich in dieser Zeit nochmals intensiv mit der Berufswahl auseinandersetzen oder dich über andere Ausbildungsgänge informieren. Möglichkeiten sind zum Beispiel ein Sprachaufenthalt im Ausland oder zum Beispiel auch in der Welschschweiz oder ein Praktikum. Auch dieses muss nicht per se in deiner Heimat erfolgen.

Das Schweizer Bildungsystem ermöglicht viele Abschlüsse über viele Wege. Wenn es mit dem ersten nicht klappt, unbedingt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern überlegen und sich informieren, was macht am meisten Sinn, und wann macht es Sinn, und dann einfach nochmals probieren.

  

 Titelfoto: PolaRocket / photocase.de