29. Sep 2017

Einfacher und effizienter lernen – ein Ratgeber

Wie lerne ich einfacher und effizienter? Zürcher Nachhilfe hat Tipps fürs Lernen zu einem Ratgeber zusammengefasst. Viel Spass und Erfolg beim Ausprobieren.

Alles rund ums Thema effizienter Lernen

 

Im Folgenden möchten wir dir Tipps geben, wie du dein Lernen effizienter gestalten kannst. Soviel sei bereits verraten: Wenn du 1. Störungen vermeidest und dich 2. besser organisierst, ist alles bereit, dass du dich 3. motivieren und 4. deine Lern-Ausdauer ausbauen kannst. Wichtig ist, dass du stets dein Interesse an der Sache behältst (5.), dabei aber 6. Pausen nicht vergisst. Wenn du schliesslich 7. die Kunst des Weglassens beherrschst, steht dir nichts mehr im Weg, ein Lern-Profi zu werden.

 

 

  1. Störungen vermeiden

Es ist unglaublich wichtig, dass du dir ein Zeitfenster schaffst, in dem du nur für dich bist und nicht gestört wirst. Vor allem bei anspruchsvollen Aufgaben wirst du enorm davon profitieren. Du wirst dich doppelt so gut konzentrieren können, weil du nicht abgelenkt wirst.

 

Damit du bei wichtigen Aufgaben nicht unterbrochen wirst, gehst du am besten so vor:

  • Arbeite bei geschlossener Tür

Mach deinen Eltern und Geschwistern klar, dass du bei geschlossener Tür nicht gestört werden willst. Eine offene Tür heisst: „Komm rein“, eine geschlossene: „Ich bin am arbeiten“. Du brauchst jeweils 15-20 min., bis du im „Flow“ bist – ihn zu unterbrechen wäre schade.

 

  • Stelle das Smartphone auf Flugmodus

Wenn du am arbeiten bist, sollte das Smartphone dich nicht stören. Schalte es also aus oder in Flugmodus. Das Smartphone gehört nämlich zu den grössten Störefritzen der Konzentration.

 

  • Halte Ordnung an deinem Arbeitsplatz

Halte nur das Nötigste auf deinem Pult. Ein Chaos auf dem Pult führt zu einem Chaos im Kopf.

 

 

 

  1. Besser organisiert sein

Konzentration steht und fällt mit der Organisation. Wer sich klug organisiert, kann sich besser konzentrieren. Organisieren bedeutet vorausdenken und vorbereiten.

 

Werde zum Organisationstalent, indem du Folgendes beachtest:

  • Führe eine To-do-Liste

Schreibe alles auf, was du noch zu erledigen hast. Wenn etwas erledigt ist, streiche es durch oder mache einen Haken dahinter. Damit du ständig den Überblick hast, was du alles machen musst oder schon gemacht hast, solltest du die To-Do-Liste stets auf dem neusten Stand halten.

 

  • Erstelle einen Wochenplan

Plane die bevorstehende Woche, indem du dir einen Stundenplan für die Woche zurechtlegst. Trage dort ein, wann du was erledigst. Oft kommen alle Sachen gleichzeitig. Wenn du die Woche bereits am Wochenende davor planst, hast du stets den Überblick, was du diese Woche wann erledigen kannst. Der Wochenplan lässt sich prächtig mit der To-Do-Liste kombinieren.

 

  • Erstelle ein Prioritäten-Raster

Nimm ein A3 Blatt zur Hand und zeichne das untenstehende Raster darauf. Auf Post-it-Zettel schreibst du nun auf, was du noch zu erledigen hast. Diese klebst du anschliessend in eines der vier Felder.

Effizienter Lernen - Zürcher Nachhilfe

Prioritäten-Raster

 

 

  1. Motiviert sein

Steht man vor einer Aufgabe, kommt es oft vor, dass einem der Start schwerfällt. Der Grund ist meistens fehlende Motivation. Doch es gibt Methoden, wie du deine Arbeit attraktiver gestalten kannst. Das Motto lautet: je motivierter, desto konzentrierter.

 

Diese drei Methoden helfen dir, deine Motivation zu verbessern:

  • Setze dir ein Nahziel

Beginne deine Aufgaben immer damit, dass du dir ein klares Ziel für die nächsten Minuten bzw. Stunden setzt. Beispiel: „Ich habe für dieses Voci-Kapitel genau 20 Minuten Zeit, danach kann ich abgefragt werden und mache höchstens 1-2 Fehler“. Dieses Nahziel ist wie ein roter Faden, der die Aufmerksamkeit auf Kurs hält.

 

  • Definiere deine Erwartungen

Wenn du an die Arbeit gehst, sollest du dir immer klar machen, was du von dir erwartest. Das obige Beispiel zeigt das: nach 20 Minuten hast du das Voci so gut gelernt, dass du nur max. 2 Fehler machst.

 

  • Beschränke die Zeit

Versuche dich bei weniger anspruchsvollen Aufgaben herauszufordern, indem du die Zeit selber beschränkst. Beispiel: „Diese fünf (einfachen) Mathe-Aufgaben habe ich in 4 min. gelöst.“ Ein kleiner Wettbewerb gegen die Uhr macht Spass und fordert dich heraus.

 

 

  1. Ausdauer trainieren

Sich konzentrieren ist Übungssache. Das kann man verstehen wie Sport, bei dem man immer mehr Ausdauer bekommt. Vorausgesetzt, man trainiert!

 

Wenn du folgende Punkte beachtest, wirst du zum Ausdauerprofi:

  • Achte auf den Zeitpunkt der Ablenkung

Wenn du am Arbeiten bist und dich auf einmal ablenken lässt und nicht mehr konzentrieren kannst – versuche diesen Moment einzufangen und überlege dir, woher die Ablenkung kommt. Ist es dein Smartphone? Dann stelle es auf Flugmodus und lege es weg (siehe 1.). Bist du müde und kannst dich nicht konzentrieren? Dann solltest du eine kleine Pause einlegen (siehe 6.).

 

  • Wende die Intervall-Methode an

Versuche deine Konzentrationsspanne um jeweils weitere 5 Minuten zu verlängern. Sich konzentrieren ist Übungssache und Üben heisst: dranbleiben und sich herausfordern. Es ist wie beim Sport: Nur, wenn du deinen Körper die neuen Anforderungen spüren lässt, kann er sich auch entsprechend anpassen.

 

  • Nutze die Pomodoro-Taktik

Nimm einen Timer oder Wecker zur Hand und stelle ihn auf 25 Minuten ein. Dann arbeitest du 25 Minuten konzentriert und machst nichts anderes während dieser Zeit. Nach 25 Minuten hast du ein Pomodoro (Tomate) erreicht machst du 5 Minuten Pause. Danach geht’s an die nächste Pomodoro.

 

 

  1. Interesse aufbauen

Konzentration braucht Motivation. Nur wenn du interessiert an der Sache bist, kannst du die nötige Energie dafür aufwenden. Aber wie solltest du dich für etwas motivieren, was dich nicht interessiert oder dir keinen Spass bereitet? Wir zeigen dir, wie das geht!

 

Du wirst zum Motivationsmeister, wenn du folgende Punkte beachtest:

  • Schaffe dir Zugang

Französisch ist nicht dein Ding, du findest Fremdsprachen doof und hast dauernd schlechte Noten. Das liegt vor allem daran, dass es dich nicht interessiert. Aber wie sieht’s aus mit französischem Rap? Oder französischen Spielfilmen? Versuche doch zukünftig mal französische Musik zu hören oder schaue einen französischen Film mit deutschen Untertiteln. Gleiches gilt für Englisch: Schaue zukünftig Serien oder Filme mit englischem Originalton – mit oder ohne deutschen Untertiteln 🙂

 

  • Wende dein Wissen an

Der Alltag bietet zahlreiche Möglichkeiten, dein Schulwissen anzuwenden. Versuche doch mal, das Volumen einer Geburtstagstorte oder die Wohnfläche deines Hauses zu berechnen. Suche nach möglichst vielen Verwendungsweisen, schliesslich soll dir dein neues Wissen etwas bringen! Und wenn du merkst, auf was du dein Wissen anwenden kannst, fällt es dir viel leichter, dich zu konzentrieren.

 

 

  1. Pausen einlegen

Ein wacher Geist ist mindestens doppelt so leistungsfähig wie ein ermüdeter. Deshalb ist es ganz wichtig, dass du beim Arbeiten Pausen einlegst. Eine Pause entspannt und macht Kräfte frei für anspruchsvolle Stunden.

 

  • Du kannst deine eigene Leistungsfähigkeit dopen, wenn du diese Tipps berücksichtigst:

Achte auf deine körperliche Verfassung. Wenn du spürst, dass du angespannt oder müde bist, solltest du dich strecken, gähnen oder kurz aufstehen. Kopfarbeit ist anspruchsvoll – auch für deinen Körper. Gönne ihm regelmässig Zeit zur Erholung.

 

  • Mache Pausen

Bei anstrengenden Aufgaben nach spätestens 45 Minuten für fünf Minuten ausklinken und danach pünktlich wieder beginnen. Nach 90 Minuten solltest eine längere Pause einlegen (15 min), in der du z.B. einen Tee trinkst, einen Botengang machst oder einer sonstige Beschäftigung nachgehst. Wichtig ist, dass es nichts Kopflastiges ist.

 

  • Mache Powernaps

Nach dem Mittagessen braucht der Körper Energie für die Verdauung. Deshalb fühlst du dich am Nachmittag häufig müde und schlaff. Wenn du nach der Schule nach Hause kommst und du dich erschöpft fühlst, solltest du dich kurz hinlegen und ein Nickerchen (max. 30 min.) machen.

 

  • Nutze deine Primetime

Achte dich ein paar Tage auf den Energiepegel und versuche zu erkennen, zu welcher Zeit du am fittesten bist. Jeder Mensch hat ein Zeitfenster, in dem er oder sie sich besser konzentrieren kann als in einem anderen. Wir reden hier von energetischen Hochs und Tiefs. Nutze das Hoch (Primetime) für deine Aufgaben, damit du dich optimal konzentrieren kannst.

 

 

  1. Die Kunst des Weglassens

Erfolgreich ist, wer weiss, was er oder sie will und vor allem: was nicht. Unsere Zeit ist beschränkt verfügbar, weshalb wir uns daran gewöhnen sollten, uns aufs Wesentliche zu konzentrieren.

 

Folgende Punkte helfen dir, Profi im Weglassen zu werden:

  • Mache eine Bestandesaufnahme

Führe auf, was gerade ansteht (z.B mit einer To-Do-Liste). Dann überlegst du dir genau, was du dafür benötigst und was nicht. Ziel soll sein, dass du die Fähigkeit entwickelst, Dinge wegzulassen, die nicht nötig sind. So sparst du Energie und kannst dich voll und ganz auf das Wichtige konzentrieren.

 

  • Wende das Pareto-Prinzip an

Denke an Dinge, die du immer wieder machen musst. Nun überlegst du dir, welche Arbeitsschritte du brauchst, um ans Ziel zu gelangen, und welche du eigentlich auch weglassen kannst. Das Pareto-Prinzip besagt, dass wir die meisten Ziele unserer Tätigkeiten mit nur 20% des Aufwands erreichen können. Beispiel: Du musst einen Vortrag zum Thema „Bienenvölker in der Schweiz“ halten. Welche Infos sind wirklich wichtig und spannend für deinen Vortrag? Und wie kommst du am schnellsten zu diesen Infos?

 

  • Lerne Nein zu sagen

Sage nicht zu allem ja, nur weil du dich nicht traust nein zu sagen oder weil du das Gefühl hast, du müsstest das tun. Du hast begrenzt Zeit und Energie zur Verfügung. Diese wird mit Schule, Familie und Freunde bereits knapp. Also überlege dir, was wirklich wichtig ist und wofür du deine kostbare Zeit und Energie einsetzen willst. Verinnerliche dir folgenden Spruch: JA sagen heisst immer zu etwas NEIN sagen. Und: NEIN sagen heisst auch immer zu etwas JA sagen.

 

Titelfoto: ndanko / photocase.de